Tasten und Lenken mit Schalt- und Automatikfahrzeugen
1. Bedeutung
Das Tasten und Lenken sind Grundfertigkeiten, die jeder Fahrschüler von Anfang an beherrschen muss.
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Tasten: langsames, kontrolliertes Fahren, meist im Schritt-Tempo, um in engen oder unübersichtlichen Situationen sicher zu manövrieren.
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Lenken: gezielte und sichere Führung des Fahrzeugs durch vorausschauende Blickführung und richtige Handhabung des Lenkrads.
Die Techniken unterscheiden sich je nach Fahrzeugtyp – Schaltfahrzeug oder Automatikfahrzeug.
2. Tasten mit einem Schaltfahrzeug
Beim Schaltfahrzeug erfolgt die langsame Fahrt überwiegend über die Kupplungskontrolle.
Technik
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Kupplung kommen lassen bis zum Schleifpunkt.
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Gaspedal leicht betätigen, um den Motor stabil laufen zu lassen.
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Fahrzeug rollt langsam an – Geschwindigkeit wird mit der Kupplung und Bremse reguliert.
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Bei sehr langsamer Fahrt: Kupplung im Schleifpunkt halten.
Typische Einsatzbereiche
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Ein- und Ausparken
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Rangieren in engen Straßen
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Wenden oder Einfahren in Hofeinfahrten
Gefahren
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Kupplung zu schnell loslassen → Fahrzeug springt nach vorne oder geht aus.
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Zu viel Gas geben → Fahrzeug beschleunigt ungewollt.
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Schleifpunkt zu lange halten → Überhitzung der Kupplung.
3. Tasten mit einem Automatikfahrzeug
Beim Automatikfahrzeug übernimmt das Getriebe die Kupplungsarbeit. Die langsame Fahrt wird vor allem mit Bremse und Gas gesteuert.
Technik
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Wählhebel auf D (Drive).
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Fahrzeug bewegt sich schon ohne Gas langsam („Kriechgang“).
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Geschwindigkeit wird mit leichtem Bremsdruck reguliert.
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Bei Bedarf sanft Gas geben, um die Bewegung zu verstärken.
Typische Einsatzbereiche
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Einparken und Rangieren
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Stau-Situationen im Stop-and-Go-Verkehr
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Anfahren in engen Einfahrten
Gefahren
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Fuß nicht fest genug auf der Bremse → Fahrzeug kriecht unkontrolliert.
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Zu starkes Gasgeben → plötzliche Beschleunigung.
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Bergsituationen: nur mit Fußbremse halten → Gefahr des Zurückrollens (statt Handbremse nutzen).
4. Lenken – Gemeinsamkeiten bei Schalt- und Automatikfahrzeugen
Unabhängig vom Getriebe gelten beim Lenken dieselben Grundsätze:
Grundhaltung
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Hände in Position „Viertel vor drei“ (9 Uhr und 3 Uhr).
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Beide Hände bleiben am Lenkrad → volle Kontrolle.
Blickführung
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Immer dorthin schauen, wo man hinfahren möchte.
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Spiegelkontrolle einbinden (Seitenspiegel, Innenspiegel).
Lenkmethoden
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Hand-zu-Hand-Technik: Hände rutschen kontrolliert am Lenkrad entlang, ohne sich zu überkreuzen.
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Übergreifen: sinnvoll bei engen Kurven oder großem Lenkeinschlag.
Gefahren
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Einhändig lenken → Kontrollverlust möglich.
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Zu spätes Lenken → Schneiden von Kurven oder Überfahren von Fahrstreifen.
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Zu starkes Lenken → besonders gefährlich bei Nässe oder Glätte.
5. Zusammenspiel von Tasten und Lenken
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Langsames Tasten verschafft Zeit für präzises Lenken.
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Beim Einparken oder Wenden arbeiten Tasten und Lenken Hand in Hand.
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Fehler entstehen oft durch zu hohe Geschwindigkeit – deshalb lieber tasten, dann lenken.
6. Merksätze für Fahrschüler
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„Beim Schaltwagen: Kupplung im Schleifpunkt – langsam rollen lassen.“
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„Beim Automatik: Bremse bestimmt das Tempo – Gas nur dosiert einsetzen.“
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„Beide Hände ans Lenkrad – sicher lenken heißt vorausschauend fahren.“
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„Langsam fahren gibt dir Zeit zum Lenken.“
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