Einfahren in den fließenden Verkehr
1. Bedeutung
Das Einfahren in den fließenden Verkehr gehört zu den grundlegenden und zugleich unfallträchtigsten Fahrmanövern.
Es betrifft unter anderem:
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das Anfahren vom Fahrbahnrand,
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das Einordnen aus Grundstücken oder Parkplätzen,
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das Auffahren auf Landstraßen oder Autobahnen.
Die StVO (§ 10) ist eindeutig:
Wer in den fließenden Verkehr einfährt, hat sich so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.
2. Gefahren beim Einfahren
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Kollision mit dem nachfolgenden Verkehr, wenn Geschwindigkeit oder Abstand falsch eingeschätzt wird.
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Übersehen von Radfahrern oder Motorrädern, die schwerer wahrzunehmen sind.
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Plötzliche Spurwechsel ohne Ankündigung.
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Unaufmerksamkeit beim Schulterblick oder in den Spiegeln.
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Zu langsames Beschleunigen → nachfolgende Fahrzeuge müssen stark bremsen.
3. Regeln nach der StVO
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Wartepflicht: Fahrzeuge im fließenden Verkehr haben immer Vorfahrt.
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Spiegelkontrolle: Rückspiegel und Außenspiegel prüfen.
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Schulterblick: Toter Winkel kontrollieren, bevor das Fahrzeug bewegt wird.
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Blinken: Fahrtrichtungsanzeiger rechtzeitig setzen.
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Anpassen der Geschwindigkeit: So beschleunigen, dass man sich fließend in die Lücke einordnen kann.
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Keine Behinderung: Wer einfährt, darf niemanden zum Bremsen oder Ausweichen zwingen.
4. Besondere Situationen
a) Anfahren vom Fahrbahnrand
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Vorher prüfen: Spiegel, Schulterblick.
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Blinken, um anderen Verkehrsteilnehmern die Absicht anzuzeigen.
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Nur losfahren, wenn eine ausreichend große Lücke vorhanden ist.
b) Einfahren aus Grundstücken, Parkplätzen oder Tankstellen
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Immer Wartepflicht gegenüber allen Verkehrsteilnehmern.
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Auch Fußgänger auf Gehwegen haben Vorrang.
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Vorsichtig und langsam in den Verkehrsraum einfahren.
c) Einfahren auf Autobahnen (Beschleunigungsstreifen)
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Beschleunigungsstreifen vollständig nutzen, um auf die Geschwindigkeit des fließenden Verkehrs zu kommen.
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Spiegel und Schulterblick nutzen, um die richtige Lücke zu erkennen.
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Nicht am Ende des Beschleunigungsstreifens stehen bleiben, wenn es sich vermeiden lässt → Gefahr von Auffahrunfällen.
5. Typische Fehler
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Ohne Blick in Spiegel und Schulterbereich anfahren.
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Zu langsames Beschleunigen beim Auffahren.
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Blinker zu spät oder gar nicht setzen.
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Auf Vorrang pochen, obwohl man wartepflichtig ist.
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Unterschätzen der Geschwindigkeit von Motorrädern oder Lkw.
6. Verhaltenstipps für Fahrschüler
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Ruhig bleiben – nicht hektisch ins fließende Verkehrsgeschehen drängen.
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Genügend große Lücken abwarten – Sicherheit vor Schnelligkeit.
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Fließend beschleunigen, aber nicht zu langsam.
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Blickführung trainieren – Spiegel und Schulterblick müssen zur Gewohnheit werden.
7. Merksätze für die Fahrschule
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„Wer einfährt, hat keine Vorfahrt.“
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„Spiegel – Blinker – Schulterblick – erst dann losfahren.“
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„Einfahren heißt: flüssig und sicher in den Verkehr eingliedern.“
8. Prüfungsrelevanz
In der praktischen Fahrprüfung achten Prüfer besonders auf:
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korrekte Spiegel- und Schulterblicknutzung,
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rechtzeitiges und deutliches Blinken,
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angemessenes Beschleunigen beim Einfahren,
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klares Erkennen der Wartepflicht.
Fehler bei diesem Thema zählen zu den häufigsten Durchfallgründen in der Fahrprüfung!
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