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Beschleunigen beim Einfahren auf die Autobahn


1. Bedeutung

Das Auffahren auf die Autobahn ist eine der wichtigsten Situationen im Straßenverkehr. Hier treffen hohe Geschwindigkeiten auf dichtes Verkehrsaufkommen.
Damit das Einfahren sicher gelingt, muss der Fahrer die volle Länge des Beschleunigungsstreifens nutzen, um die Geschwindigkeit an den fließenden Verkehr anzupassen.

Die StVO (§ 18) schreibt klar vor:
👉 Wer auf die Autobahn auffährt, muss Rücksicht nehmen und darf den fließenden Verkehr nicht behindern.


2. Ziel des Beschleunigens

  • Anpassung an die Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf der rechten Fahrspur.

  • Flüssiges Einordnen in den Verkehr, ohne Abbremsen des Nachfolgeverkehrs.

  • Gefahrlose Fahrt durch ausreichend große Lücken.


3. Technik des Beschleunigens

a) Schaltfahrzeug

  1. Frühzeitig Gas geben und zügig hochschalten.

  2. Hohe Drehzahl im unteren Gang nutzen, um die nötige Geschwindigkeit schnell zu erreichen.

  3. Geschwindigkeit muss am Ende des Beschleunigungsstreifens annähernd derjenigen des rechten Fahrstreifens entsprechen.

b) Automatikfahrzeug

  1. Wählhebel auf D (Drive).

  2. Gas kräftig durchdrücken, Automatik schaltet selbstständig hoch.

  3. Bei Bedarf kann der Kickdown (starkes Durchtreten des Gaspedals) für maximale Beschleunigung genutzt werden.


4. Ablauf des Einfahrens

  1. Spiegel- und Schulterblick: Vor Auffahren nach hinten und seitlich prüfen, ob eine geeignete Lücke vorhanden ist.

  2. Blinken: Absicht rechtzeitig anzeigen.

  3. Beschleunigen: Gas geben und Beschleunigungsstreifen vollständig nutzen.

  4. Einordnen: In eine ausreichend große Lücke einscheren, ohne andere zum Bremsen oder Ausweichen zu zwingen.


5. Gefahren beim falschen Beschleunigen

  • Zu langsames Beschleunigen: Fahrzeuge auf der Autobahn müssen stark abbremsen → hohes Unfallrisiko.

  • Zu frühes Abbremsen: Wer mitten auf dem Beschleunigungsstreifen abbremst oder stehen bleibt, gefährdet nachfolgende Fahrzeuge.

  • Zu starkes Beschleunigen: Kontrollverlust oder zu schnelles Einfahren ohne Überblick.

  • Unaufmerksamkeit: Übersehen von Fahrzeugen im toten Winkel.


6. Verhaltenstipps für Fahrschüler

  • Immer den gesamten Beschleunigungsstreifen nutzen.

  • Blickführung: zuerst in den Spiegel, dann Schulterblick, dann auf die Lücke konzentrieren.

  • Zügig beschleunigen, aber nicht hektisch.

  • Lieber etwas länger warten als eine zu kleine Lücke zu erzwingen.

  • Bei dichtem Verkehr: Geschwindigkeit anpassen und auf Rücksichtnahme anderer Fahrer hoffen, aber immer selbst Wartepflicht beachten.


7. Merksätze für die Fahrschule

  • „Beschleunigungsstreifen heißt: beschleunigen – nicht bremsen.“

  • „Einfahren nur, wenn niemand gefährdet oder behindert wird.“

  • „Schnell genug sein, um fließend einzufädeln.“

  • „Spiegel – Blinker – Schulterblick – Gas.“


8. Prüfungsrelevanz

In der praktischen Prüfung achten Fahrprüfer besonders darauf, ob der Fahrschüler:

  • den Beschleunigungsstreifen vollständig ausnutzt,

  • rechtzeitig blinkt,

  • Spiegel und Schulterblick korrekt einsetzt,

  • flüssig in den Verkehr einfährt, ohne andere zu behindern.

Fehler beim Auffahren (z. B. zu langsames Beschleunigen, unzureichende Beobachtung, falsches Einfädeln) gehören zu den häufigsten Gründen für Prüfungsabbrüche.