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Ausfahren von Autobahnen, Schnellstraßen und Kraftfahrstraßen


1. Bedeutung

Das Ausfahren von Autobahnen oder ähnlichen Straßen mit hoher Geschwindigkeit ist ein kritischer Fahrvorgang.
Oft werden hier Fehler gemacht: zu spätes Einordnen, zu starkes oder zu schwaches Verzögern, oder riskantes Ausscheren.
👉 Ziel: Rechtzeitig, kontrolliert und sicher die Ausfahrt benutzen, ohne den nachfolgenden Verkehr zu gefährden.


2. Vorbereitung zum Ausfahren

  1. Frühzeitige Orientierung

    • Hinweisschilder zur Ausfahrt rechtzeitig beachten (meist 1000 m, 500 m, 200 m vor der Ausfahrt).

    • Navigationsgerät oder Verkehrszeichen bestätigen, dass es die richtige Ausfahrt ist.

  2. Rechtzeitig einordnen

    • Frühzeitig vom mittleren oder linken Fahrstreifen nach rechts wechseln.

    • Spiegelkontrolle und Schulterblick sind zwingend erforderlich.

    • Blinker setzen, damit andere Verkehrsteilnehmer informiert sind.

  3. Angepasste Geschwindigkeit

    • Bereits vor der Ausfahrt die Geschwindigkeit behutsam verringern.

    • Nicht abrupt bremsen auf der Hauptfahrbahn, sondern Verzögern erst auf dem Ausfädelungsstreifen.


3. Technik des Ausfahrens

a) Auf dem Ausfädelungsstreifen

  • Erst dort die Geschwindigkeit deutlich reduzieren.

  • Stetig bremsen, um das Tempo an die kommende Kurve oder Kreuzung anzupassen.

  • Falls vorhanden: Geschwindigkeitsbegrenzungen beachten (oft 60 oder 80 km/h).

b) In der Ausfahrt

  • Geschwindigkeit weiter anpassen (oft enge Kurvenradien).

  • Fahrzeug kontrolliert mit beiden Händen am Lenkrad führen.

  • Besondere Aufmerksamkeit auf Schilder und Verkehrsführung (Stoppschild, Ampel, Einmündung).


4. Gefahren beim Ausfahren

  • Zu spätes Einordnen: hektische Spurwechsel gefährden andere Verkehrsteilnehmer.

  • Zu frühes oder starkes Bremsen auf der Hauptfahrbahn → Auffahrunfallgefahr.

  • Zu hohes Tempo in der Ausfahrt → Kontrollverlust in engen Kurven.

  • Unaufmerksamkeit: falsche Ausfahrt genommen oder zu spät reagiert.

  • Übersehen von nachfolgenden Fahrzeugen beim Spurwechsel.


5. Verhaltenstipps für Fahrschüler

  • Immer frühzeitig planen: auf die Schilder achten.

  • Ruhig und vorausschauend einordnen – keine abrupten Manöver.

  • Auf dem Ausfädelungsstreifen verzögern, nicht auf der Hauptspur.

  • Bei hoher Verkehrsdichte lieber eine Ausfahrt später nehmen, als riskant in letzter Sekunde ausscheren.

  • In der Ausfahrt: Tempo der Fahrbahnbeschaffenheit (Kurven, Nässe, Schnee) anpassen.


6. Besonderheiten bei verschiedenen Straßenarten

  • Autobahn: Höchstgeschwindigkeiten erfordern besonders frühzeitiges Einordnen und Verzögern.

  • Schnellstraße / Kraftfahrstraße: Ausfahrten sind oft kürzer, erfordern noch frühere Bremsbereitschaft.

  • Landstraßenabfahrten: Achtung auf einbiegenden Querverkehr oder Stoppschilder.


7. Merksätze für die Fahrschule

  • „Rechtzeitig nach rechts – frühzeitig, nicht plötzlich.“

  • „Bremsen erst auf dem Ausfädelungsstreifen, nicht auf der Hauptspur.“

  • „Langsam genug für die Kurve, aber flüssig im Ablauf.“

  • „Lieber eine Ausfahrt später nehmen als riskant ausscheren.“


8. Prüfungsrelevanz

Prüfer achten besonders auf:

  • Frühzeitiges Einordnen mit Spiegel- und Schulterblick.

  • Richtige Nutzung des Ausfädelungsstreifens.

  • Kontrolliertes Verzögern ohne Ruckeln oder abruptes Bremsen.

  • Angepasste Geschwindigkeit in der Ausfahrt.

Fehler wie hektische Spurwechsel, verspätetes Bremsen oder zu schnelles Fahren in der Ausfahrt führen oft zu Leistungsabzug oder sogar zum Prüfungsabbruch.