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Bedienelemente am Kraftrad

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Die Bedienelemente ermöglichen es dem Fahrer, das Kraftrad zu lenken, zu beschleunigen, zu bremsen, zu schalten und Signale zu geben. Sie müssen vor der Fahrt bekannt sein und während der Fahrt sicher erreicht werden können.

Bei einem Motorrad sind Hände und Füße gleichzeitig an der Bedienung beteiligt.

1. Gasdrehgriff

Der Gasdrehgriff befindet sich auf der rechten Lenkerseite.

Durch Drehen des Griffes wird die Motorleistung verändert:

  • Griff nach hinten drehen: Motorleistung und Drehzahl erhöhen,
  • Griff zurückdrehen: Motorleistung verringern.

Der Gasdrehgriff muss nach dem Loslassen selbstständig in seine Ausgangsstellung zurückkehren.

Wichtig für die Praxis

Das Gas muss feinfühlig bedient werden. Besonders beim Anfahren, in Kurven und auf nasser Fahrbahn können ruckartige Gasbewegungen das Motorrad instabil machen.

Merke: Je stärker der Gasgriff geöffnet wird, desto mehr Antriebskraft kann der Motor abgeben.


2. Handbremshebel

Der Handbremshebel befindet sich rechts am Lenker. Er betätigt normalerweise die Vorderradbremse.

Beim Bremsen verlagert sich das Fahrzeuggewicht nach vorn. Dadurch kann die Vorderradbremse einen großen Teil der gesamten Bremswirkung übernehmen.

Der Hebel wird kontrolliert und zunehmend gezogen. Ein plötzliches, hartes Zugreifen kann besonders ohne ABS zum Blockieren des Vorderrades führen.

Vor der Fahrt prüfen

  • klarer Druckpunkt,
  • ausreichender Hebelweg,
  • keine Undichtigkeit,
  • Bremswirkung vorhanden.

Merke: Die Vorderradbremse wirkt stark und muss fein dosiert werden.


3. Kupplungshebel

Der Kupplungshebel befindet sich auf der linken Lenkerseite.

Durch Ziehen des Hebels wird der Kraftfluss zwischen Motor und Getriebe getrennt. Das ist notwendig beim:

  • Anfahren,
  • Gangwechsel,
  • Anhalten,
  • langsamen Fahren.

Beim Loslassen des Hebels wird die Verbindung wieder hergestellt.

Schleifpunkt

Der Schleifpunkt ist der Bereich, in dem die Kupplung beginnt, die Motorkraft auf das Hinterrad zu übertragen. Er ist besonders beim Anfahren und bei langsamen Fahrmanövern wichtig.

Merke: Kupplung ziehen bedeutet Kraftfluss trennen.


4. Schalthebel

Der Schalthebel befindet sich normalerweise auf der linken Fahrzeugseite und wird mit dem linken Fuß bedient.

Bei den meisten Motorrädern ist die Schaltung folgendermaßen aufgebaut:

  • erster Gang nach unten,
  • Leerlauf zwischen erstem und zweitem Gang,
  • weitere Gänge nach oben.

Das Schaltschema lautet häufig:

1 – N – 2 – 3 – 4 – 5 – 6

Zum Gangwechsel wird in der Regel:

  1. Gas reduziert,
  2. die Kupplung gezogen,
  3. der passende Gang eingelegt,
  4. die Kupplung kontrolliert gelöst,
  5. wieder Gas gegeben.

5. Fußbremse

Die Fußbremse befindet sich normalerweise auf der rechten Fahrzeugseite. Sie wird mit dem rechten Fuß bedient und betätigt die Hinterradbremse.

Die Hinterradbremse unterstützt die Verzögerung und stabilisiert das Motorrad. Sie ist besonders hilfreich bei:

  • langsamem Fahren,
  • engen Kurven und Wendemanövern,
  • Anfahren am Berg,
  • kontrollierter Geschwindigkeitsregelung.

Für eine starke Bremsung werden Vorder- und Hinterradbremse abgestimmt eingesetzt.

Prüfungsrelevant: Nicht nur eine Bremse benutzen. Beide Bremsen tragen zur sicheren Verzögerung bei.


6. Tacho und Cockpit

Das Cockpit befindet sich im Sichtbereich des Fahrers. Es zeigt je nach Motorrad unter anderem:

  • Geschwindigkeit,
  • Motordrehzahl,
  • eingelegten Gang,
  • Kraftstoffvorrat,
  • Kilometerstand,
  • Uhrzeit,
  • Kontroll- und Warnleuchten.

Wichtige Kontrollleuchten

Typische Anzeigen sind:

  • Leerlaufkontrollleuchte,
  • Blinkerkontrollleuchte,
  • Fernlichtkontrollleuchte,
  • ABS-Kontrollleuchte,
  • Öldruckwarnleuchte,
  • Motorkontrollleuchte,
  • Temperaturwarnleuchte.

Nach dem Einschalten der Zündung leuchten einige Kontrollleuchten kurz auf. Bleibt eine Warnleuchte während der Fahrt an, muss die Ursache beachtet werden.

Wichtig: Warnleuchten dürfen nicht ignoriert werden.


7. Blinkerschalter

Der Blinkerschalter befindet sich meist an der linken Lenkerarmatur.

Er dient zur Anzeige der Fahrtrichtung, beispielsweise beim:

  • Abbiegen,
  • Fahrstreifenwechsel,
  • Anfahren vom Fahrbahnrand,
  • Verlassen eines Kreisverkehrs.

Nach dem Richtungswechsel muss der Blinker ausgeschaltet werden. Bei vielen Motorrädern erfolgt dies durch Drücken des Schalters.

Typischer Fehler

Motorradblinker schalten sich häufig nicht automatisch zurück. Ein unbeabsichtigt eingeschalteter Blinker kann andere Verkehrsteilnehmer täuschen.

Merke: Blinken – fahren – Blinker kontrollieren.


8. Lichtschalter

Der Lichtschalter befindet sich meist auf der linken Lenkerseite.

Je nach Motorrad werden damit bedient:

  • Abblendlicht,
  • Fernlicht,
  • Lichthupe,
  • gegebenenfalls Standlicht.

Viele neuere Motorräder schalten das Abblendlicht automatisch ein. Der Fahrer muss trotzdem kontrollieren, ob die Beleuchtung funktioniert.

Das Fernlicht darf nur verwendet werden, wenn andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden.


9. Hupenschalter

Mit dem Hupenschalter wird ein akustisches Warnsignal gegeben.

Die Hupe darf benutzt werden:

  • außerhalb geschlossener Ortschaften als Überholsignal,
  • wenn eine Gefahr besteht,
  • um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.

Sie darf nicht aus Ärger, zur Begrüßung oder ohne konkreten Anlass verwendet werden.


10. Zündschloss

Das Zündschloss dient zum:

  • Einschalten der elektrischen Anlage,
  • Starten des Motors,
  • Ausschalten des Motors,
  • Sichern des abgestellten Motorrads.

Je nach Stellung können vorhanden sein:

  • OFF: Zündung ausgeschaltet,
  • ON: Zündung eingeschaltet,
  • LOCK: Lenkerschloss verriegelt,
  • P: gegebenenfalls Parklicht eingeschaltet.

Vor dem Losfahren muss das Lenkerschloss vollständig gelöst sein.


Weitere wichtige Bedienelemente

Neben den im Bild dargestellten Teilen können weitere Bedienelemente vorhanden sein.

Motor-Startschalter

Mit ihm wird der Anlasser betätigt. Der Motor startet nur, wenn die jeweiligen Sicherheitsbedingungen erfüllt sind, zum Beispiel:

  • Leerlauf eingelegt oder Kupplung gezogen,
  • Seitenständer eingeklappt,
  • Not-Aus-Schalter in Betriebsstellung.

Not-Aus-Schalter

Der Not-Aus-Schalter befindet sich meist an der rechten Lenkerarmatur. Er unterbricht die Motorfunktion.

Er ist für Gefahrensituationen oder zum schnellen Abschalten vorgesehen. Bleibt er versehentlich in der Aus-Stellung, kann der Motor nicht gestartet werden.

Lichthupe

Die Lichthupe schaltet das Fernlicht kurzzeitig ein. Sie darf wie ein Warnzeichen nur entsprechend den gesetzlichen Voraussetzungen benutzt werden.

Warnblinkanlage

Die Warnblinkanlage schaltet alle Fahrtrichtungsanzeiger gleichzeitig ein. Sie dient insbesondere zur Warnung vor Gefahrenstellen oder bei einer Panne.


Zuordnung von Händen und Füßen

Körperteil Typische Bedienung
Rechte Hand Gasdrehgriff und Vorderradbremse
Linke Hand Kupplung und Schalter
Rechter Fuß Hinterradbremse
Linker Fuß Gangschaltung

Diese Aufteilung sollte sicher beherrscht werden, ohne während der Fahrt nach den Bedienelementen suchen zu müssen.

Kontrolle vor der Fahrt

Vor Fahrtbeginn sollte geprüft werden:

  • Gasgriff leichtgängig und selbstständig rückstellend,
  • Kupplungs- und Bremshebel funktionsfähig,
  • Bremsen mit erkennbarem Druckpunkt,
  • Schalthebel und Fußbremse beweglich,
  • Blinker, Licht und Hupe funktionsfähig,
  • Spiegel richtig eingestellt,
  • keine Warnleuchte zeigt eine Störung an,
  • Lenker lässt sich frei bewegen.

Merksatz:
Rechts wird beschleunigt und vorn gebremst, links wird gekuppelt und geschaltet, der rechte Fuß bremst hinten.