Skip to main content

Neue Seite

d141efbc-1700-4f97-b71d-7e447e8a3bd6.png

Das Bild zeigt ein typisches unverkleidetes Motorrad, ein sogenanntes Naked Bike. Die wichtigsten Bauteile sind mit Nummern gekennzeichnet. Jedes Bauteil erfüllt eine bestimmte Aufgabe. Nur wenn alle Teile richtig funktionieren und technisch in Ordnung sind, kann das Kraftrad sicher geführt werden.

1. Lenker

Der Lenker dient dazu, das Kraftrad zu lenken und zu stabilisieren. Durch Lenkbewegungen wird besonders bei niedriger Geschwindigkeit die Fahrtrichtung verändert.

Am Lenker befinden sich außerdem wichtige Bedienelemente, zum Beispiel:

  • Gasdrehgriff,
  • Kupplungshebel,
  • Handbremshebel,
  • Blinkerschalter,
  • Hupenschalter,
  • Lichtschalter.

Der Lenker muss sich frei von Anschlag zu Anschlag bewegen lassen. Kabel, Leitungen oder Bowdenzüge dürfen dabei nicht gespannt oder eingeklemmt werden.


2. Spiegel

Die Spiegel ermöglichen die Beobachtung des rückwärtigen Verkehrs. Der Fahrer kann erkennen, was hinter und seitlich hinter dem Motorrad geschieht.

Vor der Fahrt müssen die Spiegel so eingestellt werden, dass möglichst wenig vom eigenen Körper und möglichst viel vom Verkehrsraum sichtbar ist.

Trotz richtig eingestellter Spiegel bleiben Bereiche, die nicht eingesehen werden können. Deshalb ist vor einem Fahrstreifenwechsel oder Abbiegen zusätzlich der Schulterblick erforderlich.

Merke: Spiegel zeigen viel, aber nicht alles.


3. Scheinwerfer

Der Scheinwerfer beleuchtet die Fahrbahn und sorgt dafür, dass das Motorrad von anderen Verkehrsteilnehmern besser erkannt wird.

Zum Beleuchtungssystem gehören unter anderem:

  • Abblendlicht,
  • Fernlicht,
  • Stand- oder Begrenzungslicht,
  • Schlussleuchte,
  • Bremsleuchte,
  • Fahrtrichtungsanzeiger,
  • Kennzeichenbeleuchtung.

Bei Krafträdern ist die gute Sichtbarkeit besonders wichtig, da sie eine schmale Fahrzeugfront besitzen und leichter übersehen werden können.


4. Kraftstofftank

Der Kraftstofftank ist der Vorratsbehälter für den Kraftstoff. Von dort gelangt der Kraftstoff zum Motor.

Vor längeren Fahrten sollte geprüft werden, ob ausreichend Kraftstoff vorhanden ist. Der Tankverschluss muss vollständig geschlossen sein.

Beim Tanken gilt:

  • Motor ausschalten,
  • nicht rauchen,
  • offene Flammen vermeiden,
  • Kraftstoff nicht verschütten,
  • verschütteten Kraftstoff sofort entfernen.

Bei Elektromotorrädern befindet sich anstelle des Kraftstofftanks ein elektrischer Energiespeicher, also eine Antriebsbatterie.


5. Sitzbank

Die Sitzbank ist der Sitzplatz für den Fahrer und gegebenenfalls für den Beifahrer.

Die Form der Sitzbank beeinflusst:

  • die Sitzposition,
  • die Beweglichkeit,
  • den Fahrkomfort,
  • die Erreichbarkeit des Bodens,
  • den Kontakt zum Motorrad.

Ein Beifahrer darf nur mitgenommen werden, wenn das Motorrad für zwei Personen zugelassen ist und ein geeigneter Beifahrersitz sowie Fußrasten vorhanden sind.

Die Sitzbank muss fest montiert sein und darf nicht beschädigt oder locker sein.


6. Motor

Der Motor erzeugt die Antriebskraft des Kraftrades. Bei einem Verbrennungsmotor wird Kraftstoff verbrannt. Die dabei entstehende Energie wird in eine Drehbewegung umgewandelt.

Wichtige Aufgaben des Motors sind:

  • Erzeugen der Antriebskraft,
  • Beschleunigen des Fahrzeugs,
  • Aufrechterhalten der Geschwindigkeit,
  • Bereitstellen der Motorbremswirkung.

Für die sichere Funktion sind unter anderem wichtig:

  • ausreichender Motorölstand,
  • funktionierende Kühlung,
  • dichte Leitungen,
  • keine ungewöhnlichen Geräusche,
  • keine Warnleuchten im Cockpit.

Wichtig: Zu wenig Motoröl kann zu schweren Motorschäden führen.


7. Auspuffanlage

Die Auspuffanlage leitet die Abgase vom Motor nach außen. Gleichzeitig verringert sie die Geräuschentwicklung.

Zu ihr gehören je nach Fahrzeug:

  • Abgaskrümmer,
  • Katalysator,
  • Verbindungsrohre,
  • Schalldämpfer.

Die Auspuffanlage wird während der Fahrt sehr heiß. Deshalb besteht Verbrennungsgefahr. Fahrer und Beifahrer dürfen heiße Bauteile nicht berühren.

Technische Veränderungen an der Auspuffanlage sind nur zulässig, wenn das Bauteil für das Fahrzeug genehmigt ist. Ein entfernter Schalldämpfereinsatz oder eine unzulässige Veränderung kann zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen.


8. Kette und Endantrieb

Der Endantrieb überträgt die Kraft vom Getriebe auf das Hinterrad.

Beim abgebildeten Motorrad erfolgt die Kraftübertragung durch eine Kette. Weitere mögliche Antriebsarten sind:

  • Zahnriemen,
  • Kardanwelle.

Kettenantrieb

Die Kette läuft über das vordere Ritzel und das hintere Kettenrad. Sie muss regelmäßig kontrolliert werden.

Zu prüfen sind:

  • Kettenspannung,
  • Schmierung,
  • Verschmutzung,
  • beschädigte oder schwergängige Kettenglieder,
  • Verschleiß von Ritzel und Kettenrad.

Eine zu straffe Kette belastet Lager und Fahrwerk. Eine zu lockere Kette kann abspringen oder Bauteile beschädigen.

Merke: Die Kette muss sauber, geschmiert und richtig gespannt sein.


9. Vorderradbremse und Bremsscheibe

Die Vorderradbremse wird mit dem Handbremshebel am rechten Lenkergriff betätigt.

Beim Bremsen verlagert sich das Fahrzeuggewicht nach vorn. Dadurch wird das Vorderrad stärker belastet. Die Vorderradbremse kann deshalb einen großen Teil der gesamten Bremswirkung erzeugen.

Zur Bremsanlage gehören:

  • Handbremshebel,
  • Bremsflüssigkeitsbehälter,
  • Bremsleitungen,
  • Bremssattel,
  • Bremsbeläge,
  • Bremsscheibe.

Vor der Fahrt ist auf Folgendes zu achten:

  • ausreichende Bremswirkung,
  • klarer Druckpunkt,
  • keine undichten Leitungen,
  • ausreichende Stärke der Bremsbeläge,
  • keine beschädigte Bremsscheibe,
  • keine Warnleuchte des Bremssystems.

Für eine sichere und starke Verzögerung werden Vorder- und Hinterradbremse abgestimmt eingesetzt.


10. Reifen und Räder

Die Reifen stellen den direkten Kontakt zwischen Kraftrad und Fahrbahn her. Ihre Aufstandsfläche ist relativ klein. Deshalb haben Zustand und Luftdruck einen besonders großen Einfluss auf die Fahrsicherheit.

Die Reifen übertragen:

  • Antriebskräfte,
  • Bremskräfte,
  • Seitenführungskräfte in Kurven.

Vor der Fahrt müssen geprüft werden:

  • Reifenluftdruck,
  • Profiltiefe,
  • Beschädigungen,
  • Fremdkörper,
  • Risse oder Beulen,
  • gleichmäßiger Verschleiß.

Ein falscher Reifenluftdruck kann zu schlechterem Fahrverhalten, erhöhtem Verschleiß und einem längeren Bremsweg führen.

Die Räder müssen fest montiert sein. Felgen und Speichen dürfen nicht beschädigt sein.


Zusammenspiel der Bauteile

Beim Fahren arbeiten alle Bauteile gleichzeitig zusammen:

  1. Der Motor erzeugt die Kraft.
  2. Kupplung und Getriebe passen die Kraft an.
  3. Die Kette überträgt sie auf das Hinterrad.
  4. Reifen und Räder übertragen die Kräfte auf die Fahrbahn.
  5. Rahmen, Gabel und Federung stabilisieren das Fahrzeug.
  6. Lenker und Bedienelemente ermöglichen die Kontrolle.
  7. Die Bremsanlage verzögert das Kraftrad.
  8. Beleuchtung und Spiegel unterstützen Wahrnehmung und Sichtbarkeit.

Ein Fehler an nur einem dieser Systeme kann das Fahrverhalten deutlich verschlechtern.

Kontrolle vor der Fahrt

Vor jeder Fahrt sollte der Fahrer mindestens prüfen:

  • Reifen und Luftdruck,
  • Bremsen,
  • Beleuchtung,
  • Spiegel,
  • Flüssigkeitsstände,
  • Kette oder Endantrieb,
  • Lenker und Bedienelemente,
  • Kennzeichen und Fahrzeugzustand.

Merksatz:
Motor erzeugt Kraft, der Endantrieb überträgt sie, Reifen bringen sie auf die Straße und die Bremsen bauen sie wieder ab.