Verzögern
1. Bedeutung
Unter Verzögern versteht man das Verringern der Geschwindigkeit bis hin zum Anhalten.
Es ist ein zentrales Element des sicheren Fahrens, denn nur wer richtig verzögert, kann:
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rechtzeitig auf Gefahren reagieren,
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den Verkehrsfluss anpassen,
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Unfälle vermeiden.
Verzögern ist mehr als nur Bremsen: Es umfasst auch Gas wegnehmen, Motorbremse nutzen und situationsgerechtes Bremsen.
2. Arten des Verzögerns
a) Gas wegnehmen / Motorbremse nutzen
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Fahrzeug rollt langsamer, ohne dass die Betriebsbremse benutzt wird.
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Besonders geeignet bei: Gefälle, vorausschauender Fahrweise, Annäherung an eine rote Ampel.
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Vorteil: Kraftstoffsparend und materialschonend.
b) Leichtes Bremsen
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Geschwindigkeit sanft reduzieren.
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Wichtig im fließenden Verkehr, um nachfolgende Fahrzeuge nicht zu erschrecken.
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Bremsleuchten informieren die Hinterfahrer.
c) Starkes Bremsen
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Notwendig bei Gefahren (z. B. plötzliches Hindernis, Stauende).
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ABS (Antiblockiersystem) ermöglicht starkes Bremsen, ohne dass die Räder blockieren.
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Grundsatz: so stark wie nötig, so sanft wie möglich.
d) Abbremsen bis zum Stillstand
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Anhalten an Stoppschildern, roten Ampeln oder Bahnübergängen.
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Beim Schaltwagen zusätzlich Kupplung betätigen, um Motorabwürgen zu vermeiden.
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Beim Automatik: nur Bremspedal nutzen, ggf. Handbremse + „P“ bei längerem Halt.
3. Technik des Verzögerns
Schaltfahrzeug
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Gas wegnehmen.
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Bremsen dosiert einsetzen.
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Kurz vor Stillstand: Kupplung treten.
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Bei längeren Halten: Gang herausnehmen und Handbremse anziehen.
Automatikfahrzeug
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Gas wegnehmen.
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Bremse betätigen – Getriebe kuppelt selbstständig aus.
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Bei kurzem Halt: in D (Drive) bleiben, Fuß auf Bremse.
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Bei längerem Halt: auf P (Park) stellen + Handbremse.
4. Gefahren beim Verzögern
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Zu spätes Bremsen → Auffahrunfall.
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Zu starkes Bremsen ohne ABS → Räder blockieren, Schleudergefahr.
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Kein Blick in den Rückspiegel → nachfolgende Fahrzeuge können auffahren.
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Unruhiges Verzögern → Fahrzeug gerät ins Schlingern, Mitfahrer verlieren Halt.
5. Verhaltenstipps für Fahrschüler
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Vorausschauend fahren → frühzeitig vom Gas gehen.
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Bremsbereitschaft herstellen, wenn Gefahr möglich ist (Fuß über Bremse).
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Spiegelkontrolle vor jedem Bremsen: Wer ist hinter mir? Kann er rechtzeitig reagieren?
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Dosiert bremsen: gleichmäßig Druck aufbauen.
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ABS nutzen lernen: bei Vollbremsung Bremspedal voll durchtreten und nicht lösen.
6. Merksätze für die Fahrschule
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„Wer verzögert, muss immer den Rückspiegel im Blick haben.“
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„Früh vom Gas – spart Sprit und Nerven.“
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„So stark wie nötig, so sanft wie möglich.“
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„ABS heißt: fest draufbleiben – das Auto bleibt lenkbar.“
7. Prüfungsrelevanz
In der praktischen Fahrprüfung wird besonders darauf geachtet:
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Ob Fahrschüler vorausschauend verzögern oder hektisch bremsen.
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Ob der Rückspiegel vor dem Bremsen genutzt wird.
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Ob dosiertes Bremsen erfolgt – kein unnötiges Ruckeln.
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Ob in Gefahrensituationen eine korrekte Vollbremsung mit ABS durchgeführt wird.