Rückwärtsfahren
1. Bedeutung
Das Rückwärtsfahren ist ein besonders unfallträchtiges Fahrmanöver, da das Sichtfeld nach hinten stark eingeschränkt ist.
Die StVO (§ 9 Abs. 5 und § 10) schreibt vor:
👉 Rückwärtsfahren ist nur erlaubt, wenn eine Gefährdung anderer ausgeschlossen werden kann.
Rückwärtsfahren ist vor allem erforderlich beim:
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Ausparken,
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Einparken,
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Rangieren in engen Straßen,
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Wenden in mehreren Zügen.
2. Gefahren beim Rückwärtsfahren
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Eingeschränktes Sichtfeld: Fußgänger, Radfahrer, Kinder oder Hindernisse werden leicht übersehen.
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Toter Winkel: Spiegel zeigen nicht alles, besonders direkt hinter dem Fahrzeug.
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Plötzliche Hindernisse: z. B. geöffnete Autotüren, Einkaufswagen, Poller.
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Fußgänger oder Radfahrer: können unerwartet hinter dem Fahrzeug auftauchen.
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Zu schnelles Fahren: führt zu Kontrollverlust oder Unfällen.
3. Regeln nach StVO
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Rückwärtsfahren darf nur erfolgen, wenn es ohne Gefährdung möglich ist.
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Anweisung von Einweisern nutzen, wenn die Sicht nicht ausreicht.
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Auf Parkplätzen, Grundstücken und Einmündungen: besondere Vorsicht.
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Fußgänger haben Vorrang – immer anhalten, wenn sie queren.
4. Technik des Rückwärtsfahrens
Schaltfahrzeug
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Rückwärtsgang einlegen.
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Kupplung bis zum Schleifpunkt kommen lassen.
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Mit Kupplung + Bremse die Geschwindigkeit sehr langsam kontrollieren (Tasten).
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Blick über die rechte Schulter nach hinten, linke Hand oben am Lenkrad.
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Spiegel zusätzlich nutzen.
Automatikfahrzeug
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Wählhebel auf R (Reverse) stellen.
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Fuß leicht auf der Bremse lassen.
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Fahrzeug bewegt sich meist schon durch den „Kriechgang“.
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Geschwindigkeit nur mit Bremse regulieren, ggf. leicht Gas geben.
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Blickführung: über Schulter + Spiegel.
5. Verkehrsbeobachtung beim Rückwärtsfahren
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Vor Beginn: Rundumblick → nach vorne, hinten, seitlich.
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Während des Fahrens: Hauptblickrichtung über Schulter nach hinten, Spiegelkontrolle ergänzend.
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Schulterblick Pflicht! Spiegel allein reichen nicht.
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Bei Unsicherheit sofort anhalten.
6. Typische Fehler
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Rückwärtsfahren ohne Rundumblick.
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Nur in Spiegel schauen → Fußgänger/Radfahrer übersehen.
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Zu schnell rückwärts fahren (mehr als Schrittgeschwindigkeit).
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Ohne Blinken in Parklücken zurücksetzen → andere Verkehrsteilnehmer werden überrascht.
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Fahrzeug rollt unkontrolliert, weil Kupplung oder Bremse falsch bedient werden.
7. Verhaltenstipps für Fahrschüler
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Immer sehr langsam (Schrittgeschwindigkeit) fahren.
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Fuß jederzeit bremsbereit.
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Sicherheitsbewusstsein: Im Zweifel lieber abbrechen und neu ansetzen.
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Einweiser nutzen, wenn Sicht eingeschränkt ist.
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Besonders vorsichtig in Bereichen mit Fußgängern oder Kindern (Parkplätze, Wohngebiete).
8. Merksätze für die Fahrschule
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„Rückwärts nur, wenn’s sicher ist.“
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„Spiegel helfen – Augen und Schulterblick entscheiden.“
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„Schrittgeschwindigkeit = mehr Zeit zum Reagieren.“
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„Wer nichts sieht, muss anhalten.“
9. Prüfungsrelevanz
Prüfer achten besonders auf:
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korrekten Rundumblick und Schulterblick,
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angemessene Geschwindigkeit (tasten),
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kontrolliertes Rangieren ohne Hektik,
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Sicherheit gegenüber Fußgängern und Radfahrern.
Fehler beim Rückwärtsfahren (z. B. fehlender Schulterblick, zu schnelles Fahren, Gefährdung anderer) sind ein häufiger Durchfallgrund in der Fahrprüfung.
Denk dran:
Nicht nur du siehst beim Rückwärtsfahren schlecht. Wenn du ein Fahrzeug bemerkst, das rückwärts fährt, solltest du davon ausgehen, dass der Fahrer dich erst spät oder gar nicht sieht. In so einer Situation solltest du langsam fahren und genug Abstand halten. Sei bereit zu bremsen!
Hier sind ein paar Tipps:
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Setz dich gerade auf deinen Sitz und dreh deinen Oberkörper nach rechts hinten. Schau durch das Heckfenster.
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Fahre besonders langsam und benutze die Kupplung, um die Geschwindigkeit zu kontrollieren.
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Achte immer auf dein Umfeld, schau in alle Richtungen und benutze deine Außenspiegel.
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Denk daran, dass dein Auto beim Lenken vorne stark ausschwenken kann.